Das Technik-Camp



Das „Technik-Camp im Thüringer Wald“ ist ein Projekt des forum Thüringer Wald e. V. und findet jährlich im Rahmen eines Herbstcamps in der Trägerschaft des Fördervereins für Auszubildende Schmalkalden e. V. statt.

Mit dem Herbstcamp wollen wir auch in den Ferienwochen Angebote über normale Ferienfreizeiten hinaus mit dem Ziel der Verbindung zwischen Lernen und sinnvoller Freizeitgestaltung organisieren.

Unter Berücksichtigung der anhaltenden negativen demografischen Entwicklung und des wachsenden Bedarfs an Fachkräften auch in der Wirtschaft im naturwissenschaftlich-technischen Bereich ist es in besonderem Maße notwendig gerade Schüler in den Klassenstufen 8 bis 12 schulergänzend und berufs- bzw. studienorientierte Unterstützung zu geben. Hier ist insbesondere wichtig, der jungen Generation, als die künftigen Fachkräfte der Unternehmen, berufliche Zukunftsperspektiven in Ihrer Heimat aufzuzeigen und sie an die Region Thüringer Wald zu binden.

Gleichzeitig muss dem Problem entgegengewirkt werden, dass die Anzahl der Auszubildenden in technischen und naturwissenschaftlich orientierten Berufen und die Anzahl der Studierenden in den MINT-Fächern nicht entsprechend dem steigenden Bedarf der Wirtschaft wächst. Deshalb ist es not-wendig, bei Schülern in Form von außerschulischen Angeboten das Interesse an Naturwissenschaft und Technik zu fördern und sie schulergänzend schon frühzeitig in ihrer Berufs- bzw. Studienorientierung in diesen Bereichen und in ihrer Region zu unterstützen. 

Da die Schule diesen Teil nur begrenzt abdecken kann, ergibt sich die Notwendigkeit, zusätzlich und vor allem außerschulisch Angebote zur Berufsorientierung zu unterbreiten.

Am Projekt nahmen in den Herbstferien vom 09. bis 14. Oktober 2016 insgesamt 15 Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren teil. Dabei waren 3 Schüler Gymnasiasten und 12 Regelschüler.

Das Programm bot viele interessante Aktionen zum Thema „Robotik“ und deren Anwendung in der Praxis.

Der Schwerpunkt lag in der Vermittlung von ergänzendem Wissen über die Schule hinaus, das praktische problemorientierte Experimentieren und die Umsetzung und Anwendung des Erlebten in der Praxis.

Dazu stand am Projektbeginn die Einführung in das Thema Robotik im Mittelpunkt. Als Impuls wurden Robotik-Wettbewerbe für Schüler, wie das „Field-Robot-Event“ der Claas-Stiftung vorgestellt, an dem sich Schüler mit dem Bau eines Roboters, der Aufgaben in der Landwirtschaft erfüllt, beteiligen kann. Es erfolgte die Einweisung in den Umgang mit Lego Mind-Storm-Kästen mit deren Hilfe Roboter gebaut werden können, die Aufgaben auf einem Parcours durch Nutzung verschiedener Sensoren erledigen. In dieser Woche bauten und programmierten die Jugendlichen in 5 Gruppen je 3 Schüler solche Roboter. Unterschiedlichste Lösungen fanden die Schüler, wie ihr Roboter die vorgegebenen Aufgaben möglichst schnell, kreativ und effektiv auf dem vorgegebenen Feld löste. Diese wurden im Rahmen der Abschlusspräsentation in der Firma Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH in Schmalkalden einer Jury und einem Publikum vorgeführt. Die beste Lösung fand das Team um Lisa Rothamel, Eric Menthel und Hannes Heusinger mit ihrem Roboter „WALL-E“.

Grundlage für die Aufgabenstellungen waren die Rahmenbedingungen der „First-Lego-League“. Dieses Projekt wurde ebenfalls den Schülern vorgestellt und die Teilnahmemöglichkeiten in der Region erläutert.

Die Schüler erkannten, dass die spielerisch durch die Lego-Roboter erlebten Möglichkeiten und Prob-leme bei der Realisierung auch in der Praxis in der Automatisierung eine Herausforderung darstellt. Industrieroboter im Alltag konnten in den Firmen SANDVIK Coromat GmbH in Wernshausen, Hehnke GmbH u. Co.KG in Steinbach-Hallenberg, Fuchs Gewürze GmbH in Schönbrunn und Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH in Schmalkalden besichtigt werden. Die Verbindung aus Studium, Forschung und Transfer in die Praxis konnte hautnah im Fachbereich Informatik/ Automatisierungstechnik der TU Ilmenau erfahren werden. Im Rahmen der Besichtigungen und beim Laborbesuch konnten die Schüler auch stets selbst aktiv werden. Programmabläufe von Robotern, die ähnlich denen sind, die die Schüler im Wettbewerb programmierten, zu sehen waren wurden unter Laborbedingungen vom Programmablaufplan bis zur Bewegung des Roboters umgesetzt.



Die Schüler erkannten die vielfältigen Möglichkeiten einer beruflichen Perspektive in technischen Berufen. Dabei wurde mehrfach herausgestellt, dass die Schule in den MINT-Fächern eine solide Basis für eine spätere Berufslaufbahn schafft. 

Zum Abschluss des Projektes wurden die Erfolgsindikatoren erfragt:

  • 73 % der teilnehmenden Schüler können sich vorstellen eine technische Richtung bei der Be-rufswahl einzuschlagen
  • 86 % der Schüler gaben an, dass das Camp entscheidend zur Berufswahl beigetragen hat
  • 73 % der Schüler werden die Einwahl in die Wahlpflichtfächer bzw. Kurse in ihrer Schule überdenken und die technische Richtung einschlagen
  • 60 % der Schüler würden an Wettbewerben wie dem Claas-Field-Robot-Event oder der First-Lego-League teilnehmen, wenn es Unterstützungsmöglichkeiten in der Region geben würde.
  • 80 % der Schüler würden erneut an einem Technik-Camp teilnehmen.

Besonders lobenswert empfanden die Schüler die enge Kooperation und Vernetzung des FAS e.V. mit der TU Ilmenau und den Unternehmen der Region.

Nicht zu kurz kam die Freizeitgestaltung zur Festigung des Teams. Hier standen ein Schwimmbadbesuch, der Kletterwald in Tabarz, die naturwissenschaftliche Ausstellung „Explorata“ in Zella-Mehlis, ein Einkaufsbummel in Ilmenau sowie gemeinsame Abende in der Gruppe auf dem Programm. 

6 Wochen nach Abschluss des Camps schrieb uns ein Schüler: „Ich bedanke mich nochmal von ganzem Herzen dafür, dass Sie mich mit Sandvik bekannt gemacht haben. Hatte jetzt ein sehr schönes Praktikum dort absolviert und bin mehr als begeistert. Alle sind nett und es herrscht ein sehr gutes Umfeld. Ich kann diese Firma also nur für jeden weiter empfehlen. …. Ich kam leider einen Monat zu spät, ansonsten hätte mich der dortige Ausbilder als Lehrling mit Kusshand genommen.“

Die "Bildungscamps im Thüringer Wald" sind ein Projekt des forum Thüringer Wald e. V. und finden jährlich im Rahmen eines Sommer- und eines Herbstcamps statt. Partner sind die IHK Südthüringen, die HWK Südthüringen und der Förderverein für Auszubildende Schmalkalden e.V., der das Camp organisierte. Gefördert wurde das Camp durch die Agentur für Arbeit Suhl, das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft sowie das forum Thüringer Wald e.V.. 

Impressionen zum Projekt


Arbeit im Fachbereich Automatisierungstechnik der TU Ilmenau


Abschlusspräsentation in der Firma Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH in Schmalkalden