Projekt des Dorfverein Gumperda e. V. Umgestaltung und Erweiterung des Spielplatzes als Ort für alle Bürger


Ausgangssituation

Gumperda liegt ca. 20km südlich von der Universitätsstadt Jena. Wie in vielen kleinen Gemeinden zog es viele junge Menschen nach der Ausbildung in die neuen Bundesländer. Gab es doch dort gut bezahlte Arbeitsplätze und bessere berufliche Aufstiegschancen. In den letzten Jahren führte der wirtschaftliche Aufschwung in Jena jedoch dazu, dass viele der ehemals Abgewanderten wieder in ihre Heimat zurück kehrten und auch neue Menschen aus ganz Deutschland ein Studium in Jena begannen und sich in dieser Region niederließen. Mit einem sehr geringen Wohnungsleerstand kann Jena den Bedarf an bezahlbaren Wohnraum, gerade auch für junge Familien, nur schwer decken. Durch den Ausbau der Bundesstraße 88 und der damit besseren Anbindung an den Wirtschaftsstandort Jena scheint nun auch das Umland, und damit auch Gumperda, als Wohnort attraktiver zu werden. So wurden leere Grundstücke erschlossen, alte Häuser ausgebaut und wieder mit Leben gefüllt. Auch das alte Schloss, die ehemalige Schaffnersche Lehranstalt, wurde inden letzten Jahren aufwendig saniert und bietet nun reichlich Wohnraum, welcher nahezu belegt ist. Jedoch ist mit dieser stetigen Zuwanderung bzw. wechselnden Bevölkerung auch eine gewisse Anonymisierung verbunden. Alte Traditionen und Brauchtümer im Dorfleben sollen jedoch erhalten bleiben. Deshalb hat sich 2013 der„Dorfverein Gumperda e.V.“ gegründet, um diese Dorfgemeinschaft zu erhalten.Dazu soll der Spielplatz, als zentraler Ort im Dorf, für alle Einwohner und damit alle Generationen ausgebaut und verschönert werden. Oberstes Ansinnen unseres Projektes ist die Bewältigung der Anonymisierung. Dies kann nur geschaffen werden, wenn die Bewohner durch gemeinsame Aktivitäten bzw. Arbeiten zusammen kommen und die damit verbundenen Erlebnisse miteinander teilen. Deshalb dient der neu zu gestaltende Platz auch als Treffpunkt für verschiedene Gesellschaftsschichten und verschiedene Generationen. Dies geschieht beispielsweise durch den Aufbau neuer Sitzgelegenheiten, was sich besonders die ältere Generation wünscht. Dadurch wird zudem die Möglichkeit geschaffen, sich über aktuelle Ereignisse und Anliegen im Dorf auszutauschen. Indem man die verschiedenen Generationen anhält für einander Verantwortung zu übernehmen, kann man positiv auf die zukünftige demografische Entwicklung einwirken. Besagt ein afrikanisches Sprichwort doch, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind groß zu ziehen. Für Familien ist es besonders wichtig, neben einer beruflichen Perspektive vor allem Orte zu haben, welche die Struktur der Familie unterstützen. Der Spielplatz kann dabei als Ort für gemeinsame Familienzeit aber auch gesellschaftlicher Teilhabe gesehen werden.

Umsetzung des Projektes

Ein Großteil der Fördersumme wurde für die Aufstellung eines zweiteiligen Spielturmes, welcher vielfältige Möglichkeiten zum Klettern, Rutschen und Toben bietet. Die alte Schaukel wurde durch eine Neue, den aktuellen Anforderungen entsprechende, ersetzt. Der bereits vorhandene Rutschberg bekam eine überdachte Plattform und einen Aufstieg mit Handlauf, sodass auch die kleinsten zukünftigen Nutzer diesen ohne Hilfe erklimmen können. Zwei Federwipptiere wurden aufgestellt, worüber ebenfalls die kleinen Spielplatzbesucher hocherfreut sein werden. Der Sandkasten wurde mit neuen „Karibik“-Sand aufgefüllt, sowie mit allerlei Sandspielzeug und einem Sonnensegel ausgestattet, sodass langen Buddel-Nachmittagen nichts mehr im Wege steht. Als kompetenten Partner für die Planung und Fertigung der Spielgeräteanlagen konnten wir den regionalen Spielgerätehersteller Robi-Play aus Naumburg gewinnen. Für die Baggerarbeiten der Fundamente stellte die Firma René Lidzba Hebezeug- und Druckluftanlagenservice die nötigen Gerätschaften zur Verfügung. Nach der Aufstellung der Spielgerätewurde Frostschutz verteilt und anschließend alles mit Holzhackschnitzeln als Fallschutz aufgefüllt, um den aktuellen gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden.Bevor der große Spielturm aufgestellt werden konnte, musste die nahe stehende Esche durch eine Fachfirma für Garten- und Landschaftsbau verschnitten werden, dadazu eine Hebebühne notwendig war. Die bereits vorhandene Waldschänke wurde frisch gestrichen und um einen öffentlichen Grillplatz erweitert. Für die Grillmöglichkeit konnten schon vorhandene Feldsteine genutzt werden, sodass lediglich das Material für den Mörtel bezogen werden musste. Damit besteht die Möglichkeit jederzeit gemütliche Spielplatznachmittage bei Bratwurst und Rostbrätel ausklingen zu lassen. Darüber hinaus steht nun für öffentliche Veranstaltungen, wie dem Maibaumsetzen oder dem Kinderfest, eine gute Grillmöglichkeit zur Verfügung. Mehrere Sitzbänke, welche bereits ungenutzt an anderen Stellen im Dorf standen, wurden abgeschliffen und frisch gestrichen. Sie laden nun auch die ältere Bevölkerung zum Verweilen ein. Da Sport einen wesentlichen Beitrag zur sozialen Teilhabe beitragen kann, wurde das freie Areal neben dem Spielplatz um ein Volleyballfeld erweitert. Bei der Errichtung beteiligte sich der örtliche Volleyball-Verein. Das optische Manko der Laufspuren rund um die Tischtennisplatte wurde durch die Verlegung von Rasengitterplatten beseitigt.

Ergebnisse und Aussichten

Nach der Bekanntgabe der Förderung erhielten wir seitens der Bevölkerung eine hohe positive Resonanz. Zudem konnten noch weitere Ideen der Einwohner bei der Realisierung unseres Projektes mit einfließen. Auch bei der Umsetzung der Vorschläge waren viele Einwohner beteiligt und darüber hinaus war eine sehr heterogene Altersstruktur erkennbar. Zudem war anhand der zahlreichen Spendengelder aus der Bevölkerung ein reges Interesse an unserem Projekt erkennbar.Nach langer Bauphase konnten wir am 17.12.2016 den Spielplatz für die Benutzung freigeben. Mit großer Begeisterung nahmen die Kinder den Spielplatz in Beschlag und freuten sich über das bunt gefächerte Geräteangebot. Die ersten warmen Frühlingstage boten einen schönen Ausblick auf die mögliche Nutzung des Spielplatzes. Die Einweihung des Grillplatzes mit der dazu gehörigen Sitzgelegenheit soll am Samstag zwischen den Osterfeiertagen erfolgen. Hier werden sicherlich viele laue Sommerabende gemeinsam verbracht, während die Kinder im Hintergrund weiter spielen können. Darüber hinaus bietet der Spielplatz beim diesjährigen Kinderfest eine tolle Kulisse. Abschließend betrachtet war die Realisierung unseres Projektes ein voller Erfolg. Viele Einwohner machten die Erfahrung, dass sie selbst Etwas zur Verschönerung ihres Wohnortes beitragen können. Sie erlebten zwar auch anstrengende, abergrößtenteils schöne Stunden in der Gemeinschaft und können zurecht stolz auf das Ergebnis sein. Sicherlich ist die Wertschätzung für das Objekt bei den einzelnen Einwohner auch höher, da sie selbst zum Gelingen beigetragen haben. Schon jetzt gibt es neue Pläne und Ideen, wie der Platz weiter gestaltet werden könnte. So soll ein kleines Fußballfeld entstehen und eine Fahrrad-Abstellmöglichkeit hinzukommen. Damit danken wir dem Land Thüringen, besonders dem Ministerium für Infrastrukturund Landwirtschaft. Ohne die finanzielle Unterstützung des Freistaates wäre das Vorhaben nicht in diesem Umfang umsetzbar gewesen.