Projekte

Projekt des Monats – Juni 2026

Ortsteil Großengottern der Landgemeinde Unstrut-Hainich im nordthüringischen Unstrut-Hainich-Kreis

Preisübergabe Thüringer Demografiepreis 2023

© Dr. Sebastian Köllner/SADW

Rettung des Spitalstifts „St. Andreas“ in Großengottern

Die Gründung des Fördervereins mit 157 Mitgliedern im Jahr 2012 war die Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung und spätere Nutzung. Der Förderverein setzt sich für die bauliche Wiederherstellung und Erhaltung des Ensembles „Hospital St. Andreas“ als Natur- und Kulturerbe im ländlichen Raum ein.

 

Die Rettung des ehemaligen Hospitalstifts St. Andreas erforderte schnelles Handeln. Die Gründung des Fördervereins mit 157 Mitgliedern im Jahr 2012 war die Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung und spätere Nutzung. Der Förderverein setzt sich für die bauliche Wiederherstellung und Erhaltung des Ensembles „Hospital St. Andreas“ als Natur- und Kulturerbe im ländlichen Raum ein.

Ausgangslage

Großengottern ist ein Ortsteil der Landgemeinde Unstrut-Hainich im Unstrut-Hainich-Kreis. Die Landgemeinde hat seit dem Jahr 2000 mehr als 800 Einwohner bzw. 11,4 Prozent der Bevölkerung verloren. Heute (Stand 2025) leben noch rund 6.300 Menschen in der Landgemeinde Unstrut-Hainich. Der überwiegend ländlich geprägte Unstrut-Hainich-Kreis ist einer der Landkreise in Thüringen, die in durchschnittlichem Maße vom demografischen Wandel betroffen sind. Dies zeigt sich unter anderem am Bevölkerungsrückgang von 17,5 Prozent (Thüringen: 14,5 Prozent). Das Durchschnittsalter von fast 47,8 Jahren liegt leicht unter dem von Thüringen (47,9 Jahre).

Projektziele

  • Rettung des aus dem 14. Jahrhundert stammenden einzigartigen Ensembles mit hohem Zeugniswert der örtlichen Sozialgeschichte: einst ein Leprosorium, dann ein Hospital für alleinstehende alte Menschen, in den 6oiger Jahren ein Dorfmuseum und ab 1980 dem Verfall preisgegeben
  • Einbindung aller örtlichen Institutionen wie Kita, Grundschule, Gymnasium, Seniorenheime und Vereine in die Sanierung und Nutzung des Ensembles
  • Vermittlung eines Bewusstseins für die Denkmalpflege, Verantwortung und Respekt vor dem uns Menschen anvertrauten kulturellen Erbe
  • Stärkung des gesellschaftlichen Mit- und Füreinanders

Konzept

Die Rettung des Hospitalstifts St. Andreas mit einem hohen Zeugniswert der örtlichen Sozialgeschichte vor dem endgültigen Verfall erforderte schnelles Handeln. Im Jahr 2012 wurde der Förderverein mit 157 Mitgliedern als Voraussetzung für die erfolgreiche Sanierung und spätere Nutzung gegründet. Dazu gelang es, viele Bürger zu mobilisieren und sensibilisieren, da das Interesse an dem Objekt groß war und immer noch ist.

Besonderheiten

Von einem „Sorgenkind“ zu einem Lieblingsort für Bürger und Gäste aus nah und fern... Die Vereinsmitglieder und alle weiteren Beteiligten identifizieren sich mit diesem Projekt – es gab und gibt einen hohen Grad an Eigenleistungen – sowohl während der Sanierung als auch noch heute. Der Spittel ist zu einer Begegnungsstätte geworden, die auch hohen kulturellen Ansprüchen gerecht wird. Dort gibt es ein breites Spektrum an Erlebbarem, für jede Altersgruppe auf musikalischem, sportlichem, rezitatorischem und dramaturgischem Gebiet. Nach Abschluss der Sanierung der Kapelle steht diese für Konzerte, Theatervorstellungen und auch standesamtliche sowie kirchliche Trauungen zur Verfügung. Darüber hinaus ist der Spittel in den Radwegeplan aufgenommen, sichert die Versorgung der Radler und ermöglicht Führungen für Interessierte.

Finanzierung

Als Erstplatzierte des Thüringer Demografiepreises 2023 erhielt der Verein ein Preisgeld in Höhe von 10.000 €, finanziert vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft.

Projektbeteiligte

Förderverein Spittel e. V. Großengottern

Ansprechperson

Vorsitzende Cordula Breitbarth 
Förderverein Spittel e. V. Großengottern 
Kreuzstraße 19 
99991 Unstrut-Hainich OT Großengottern 
Tel.: 036022/90266 
E-Mail: cordula-spittel@web.de

Weitere Informationen finden Sie unter: 
https://spittel-ev-grossengottern.de