Barrierefreiheit in Thüringen – Teilhabe für alle

THÜRINGER DEMOGRAFIEKONFERENZ 2025

Barrierefreiheit als Schlüssel zur Teilhabe für alle

26. November 2025, 9.30 Uhr – 16.30 Uhr, Weimarhalle in Weimar, Seminargebäude

(Präsenzveranstaltung)

Rund 150 Personen hatten sich für die Veranstaltung angemeldet und füllten den Veranstaltungsort mit regem Interesse und vielfältigen Perspektiven. Herr Dr. Olaf Zucht, Leiter der Serviceagentur Demografischer Wandel (SADW), begrüßte zu Beginn die Teilnehmenden gemeinsam mit den Moderatorinnen Frau Anne Tallig (SADW) und Frau Andrea Grassow (LIGA SV Thüringen e. V.). Im Anschluss daran eröffnete Minister Steffen Schütz (TMDI) die Veranstaltung mit einem Grußwort.

 

Ein besonderer Höhepunkt des Vormittags war die Keynote von Herrn Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Unter dem Titel „Demografie, Demokratie und Barrierefreiheit“ beleuchtete er die gesellschaftlichen Herausforderungen einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung und betonte die Notwendigkeit umfassender Barrierefreiheit als Grundlage demokratischer Teilhabe. Dabei stellte er klar heraus, dass Teilhabe ein Menschenrecht ist und alle Menschen, egal mit welchen Bedarfen, die gleichen Rechte haben.

Das demografische Themenjahr „Barrierefreiheit in Thüringen – Teilhabe für alle“ findet in enger Kooperation mit dem Thüringer Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen statt, sodass Herr Joachim Leibiger die Teilnehmenden in einem zweiten Grußwort begrüßte. Anschließend erläuterte Herr Dr. Olaf Zucht in seinem Impuls die aktuellen demografischen Entwicklungen in Thüringen.

 

Nach einer kurzen Pause widmete sich Herr Prof. Dr. Carsten Kühnel von der Fachhochschule Erfurt dem Thema „Barrierefreiheit und KI – Luftschlösser oder rosige Aussichten?“ und zeigte, welches Potenzial Künstliche Intelligenz für mehr Inklusion besitzt. Anhand des vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr geförderten Projekts „Kimono-EF“ berichtete er über konkrete KI-basierte Ansätze zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und des Komforts mobilitätseingeschränkter Personen.

Nach der Mittagspause startete die Workshopphase, in der die Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, sich praxisnah mit verschiedenen Schwerpunkten auseinanderzusetzen. Fünf thematische Workshops boten Raum für Vertiefung, Austausch und die Entwicklung konkreter Lösungsansätze:

  • Wohnen inklusiv – Wie kann Wohnen neu gedacht werden?
    Unter der Leitung von Frau Viehmann (AKT), Frau Stiborski und Frau Rolf (Beraternetzwerk „Barrierefreies Bauen“) wurden neue Konzepte für inklusives Wohnen diskutiert.
  • Mobilität inklusiv – alle mitnehmen!
    Prof. Dr. Plank-Wiedenbeck (Bauhaus-Universität Weimar) und Frau Urban (TLMB) zeigten auf, wie Mobilität barrierefrei und zukunftsfähig gestaltet werden kann.
  • Kommune inklusiv – Gemeinsam gestalten: Kommunen mit Zukunft!
    In diesem Workshop, geleitet von Frau Feuer (TLMB), Herrn Schmidt, Frau Wedel (LK Schmalkalden-Meiningen) und Frau Schäfer (Stadt Erfurt), standen inklusive kommunale Entwicklungsstrategien im Mittelpunkt.
  • Digitale Barrierefreiheit – Was ist das? Und was macht die zentrale Überwachungsstelle?
    Frau König und Herr Lindenberg (TMDI) erläuterten Aufgaben, Ziele und Prüfprozesse rund um digitale Barrierefreiheit.
  • Verwaltung inklusiv – barrierefreie digitale Kommunikation
    Frau Mahnke und Frau Engelmann (Digitalagentur Thüringen) sowie Herr Göbel (TLMB) gaben praxisorientierte Einblicke in inklusive Verwaltungsprozesse und verständliche Kommunikation.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die Ergebnisse der Workshops in einer Podiumsdiskussion zusammengeführt. Auf dem Podium sprachen unter anderem Markus Lorenz (Stellvertreter des TLMB), Herr Dr. Gude (Abteilungsleiter „Bauen“ im TMDI), Herr Prof. Dr. Plank-Wiedenbeck, Frau Viehmann und weitere Workshopleitungen über zentrale Erkenntnisse sowie bestehende politische, technische und gesellschaftliche Handlungsbedarfe.

Mit Blick auf das Thema „Barrierefreiheit“ waren sich die Vertreterinnen und Vertreter auf dem Podium mit den Teilnehmenden einig: Es existiert bereits ein umfassender rechtlicher und regulatorischer Rahmen, in der praktischen Umsetzung besteht jedoch noch erheblicher Verbesserungsbedarf.

Mit diesem Fazit verabschiedete Herr Dr. Olaf Zucht die Teilnehmenden und verwies auf die Fortführung des begonnenen Diskurses in 2026 im Rahmen des demografischen Themenjahres.

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